STYLE ICONS 2016

In der diesjährigen Sonderschau Style Icons wird der Fokus auf fünf Zentren der frühen Automobilbaugeschichte gerichtet: Köln, Mailand, Paris, München und Coventry.

Auf der Cologne Fine Art 2016 haben Sie Gelegenheit, diese anhand ausgewählter Beispiele genauer kennen zu lernen:


Köln: 1901 Vis-à-Vis Motorwagen

Vis-à-Vis Motorwagen 1901 | Courtesy: Kölnisches Stadtmuseum

Dieses spektakuläre Fahrzeug – ein Pionierfahrzeug aus den Anfangsjahren der Serienfertigung – entstand um 1901 in einem Hinterhof in Köln-Sülz durch die Kölner Motorenwagen-Fabrik GmbH.

Das Äußere des Wagens erinnert sehr an die Form einer Kutsche. Anders als heute saßen die Menschen nicht hintereinander, sondern sich gegenüber. Daher erklärt sich auch der Name des Autos: Vis-à-Vis. Dieses älteste in Köln gebaute Automobil nutzte einen Verbrennungsmotor von der französischen Firma „de dion bouton“, dessen Ursprungspatent in Köln von Wilhelm Maybach entwickelt wurde.

Mailand: 1969 Lamborghini Espada by Bertone

1969 Lamborghini Espada by Bertone

Eine der ersten Mailänder Autobauer war Ceirano GB & C.

Noch vor dem Krieg gehörte Mailand mit 300 Autoherstellern und Designern zu einen der schnellst anwachsenden Automobilregionen Italiens. Heute sind die meisten Unternehmen davon Teil der Fiat Gruppe, die immer noch Design von Zagato, Bertone, Giugiaro und anderen nutzen.

Der der hier gezeigte Lamborghini Espada wurde von Marcello Gandini in seiner Zeit als Chefdesigner bei Bertone entworfen. Seine Vorbilder waren die Prototypen von 1967 wie der Lamborghini Marzal und Jaguar Piraña. Zur damaligen Zeit war dieses Design sehr futuristisch, ebnete aber den Weg für das Aussehen weiterer Sportwagen.

Paris: 1929 Bugatti Typ 38 by Figony

1929 Bugatti Typ 38 by Figony

Frankreich, insbesondere Lyon und Paris, galt in den 20er und 30er Jahren als Vorreiter im Karosseriebau.

Der hier gezeigte Bugatti Typ 38, dessen Karosserie von Giuseppe Figoni entwickelt wurde, ist ein Meisterwerk seiner frühen Arbeiten. Die Karosserie spiegelt das bevorzugte Design der damaligen Zeit wider und bildete die Grundlage für späteren Wagen wie den 165 Delahaye oder den T150 Talbot Lago. Bekannt wurde Figoni insbesondere für seine Aufbauten auf Delage-Chassis.

München: 1959 Auto Union 1000 SP

Werbeplakat Auto Union 1000 SP

Das erste Motorenauto wurde von Carl Benz in Mannheim entwickelt. Kurze Zeit später gründete er 1883 die Firma Benz & Cie. 1916 folgte die Gründung von BMW und Porsche, die mit neuen Designs Akzente setzten.

Das hier gezeigte Modell Auto Union 1000 SP ist der letzte Zweisitzer-Sportwagen, der unter der Flagge der Auto Union AG gebaut wurde. Der Name Auto Union hat seinen Ursprung in der Zusammenarbeit von Audi, Wanderer, DKW und den Horchwerken und ist in den 30er Jahren als Silberpfeil bekannt geworden.

Aus der Fusion von Auto Union und den Neckarsulmer Motorenwerken ging 1969 Audi hervor.

Coventry: 1935 Bentley 6 L Coupé

Der Bentley 6,5 L und dessen Hochleistungs-Variante Bentley Speed Six waren PKW-Modelle des Herstellers Bentley.

Der „Speed Six“ war das erfolgreichste Modell aller Vorkriegs-Renn-Bentleys. Aber aufgrund seiner hohen Kosten wurden nur 544 Stück hergestellt. Das hier gezeigte Auto ist ein typisch englisch gestalteter Saloon Body und erinnert an den Gran Turismo seiner Zeit.

Das Design der Karosserie ist ein Beispiel für die englische Bauweise und hebt sich damit klar gegenüber dem eleganten französischen, zweckmäßigen deutschen und modischen italienischen Karosseriebau ab.