Köln: 21.–24.11.2019

bauhaus original

Lehnstuhl mit flexibler Rückenlehne, B 25, Marcel Breuer, 1928 /1929 hergestellt von Gebr. Thonet, Frankenberg

Lehnstuhl mit flexibler Rückenlehne, B 25, Marcel Breuer, 1928 /1929 hergestellt von Gebr. Thonet, Frankenberg

100 Jahre Bauhaus: Gefeiert wird die funktionale Form, die nüchterne Gestalt. Das Bauhaus eben. Doch die Wahrheit ist: D a s Bauhaus gibt es nicht.

Von Walter Gropius über Hannes Meyer bis zu Mies van der Rohe, von Marcel Breuer bis Wilhelm Wagenfeld, von Marianne Brandt bis Lucia Moholy: So unterschiedlich wie die Akteure und Akteurinnen, die in Weimar und Dessau wirkten, so auch der Kurs.

Unter der Federführung des Galeristen und Bauhaus-Experten Ulrich Fiedler inszeniert die Sonderausstellung auf der COLOGEN FINE ART & DESIGN diese Vielfalt: Gezeigt wird Bauhaus aus dem Bestand der drei in Deutschland führenden, die klassische Moderne vertretenden Galerien: Neben der Galerie Ulrich Fiedler gehören die beiden Berliner Galerien Berinson und derda dazu.

Möbel und Gebrauchsobjekte, Papierarbeiten und Bilder: Die Ausstellung setzt auf rund 200 qm das ganzheitliche Gestaltungsideal des Bauhauses in Szene. Eines vereint dabei alle Exponate: Ihre Originalität. Sie wurden tatsächlich in den ursprünglichen Bauhaus Werkstätten oder Ateliers gefertigt, sind später nicht kopiert oder von den sogenannten „Bauhäuslern“ erst nach ihrer Bauhaus-Zeit entwickelt und realisiert worden.

In effektvoller Inszenierung, die Herbert Bayers farbenfrohe Kiosk-Entwürfe als Inspiration nimmt, führen die Objekte anschaulich die gelebten Visionen einer neuer Alltagskultur vor. Sie zeigen auch, wie sehr die Schulen in Weimar und Dessau eingebettet waren in den Kunst-Diskurs der Moderne. Sie beleuchten in der Gegenüberstellung von Kunst, Kunstgewerbe und Handwerk die oft aufgeworfene Frage nach den Geschlechterrollen im Bauhaus. Und sie umfassen neben den bis heute weltbekannten Ikonen des Möbeldesigns auch kleine, noch nicht viel gezeigte und gesehene Überraschungen.